Mit eDatum von Dienstag, dem 22. April 2014, schreibt das Magazin „Israel heute“: „Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde von Präsident Abbas verhandeln mit der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen.
Ziel ist die Bildung einer Einheitsregierung. Die palästinensische Nachrichtenagentur zitierte nicht namentlich genannte Offizielle, wonach Abbas erwäge, die Autonomiebehörde aus Protest gegen die festgefahrenen Friedensverhandlungen aufzulösen. Israels Ministerpräsident Netanjahu reagierte verärgert: „Die Palästinenser müssen entscheiden, was sie wollen, Auflösung oder eine Union mit der Hamas. Falls sie Frieden wollen, sollten sie uns das wissen lassen.“
Eine Auflösung der Autonomiebehörde hätte zur Folge, dass Israel für die Versorgung und Sicherheit von zweieinhalb Millionen Palästinensern im sogenannten Westjordanland sorgen müsse. Vertreter der Autonomiebehörde bestritten aber am Montag, dass die Auflösung jemals zur Debatte gestanden habe. Wasel Abu Yusef, ein hochrangiger Offizieller, nannte die Themen, mit denen sich das Zentralkomitee der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO in dieser Woche beschäftigen werde: die Situation in Jerusalem, die Freilassung palästinensischer Gefangener und die Bildung einer Einheitsregierung zusammen mit der Hamas, aber unter Führung von Abbas.
Die Nachrichtenagentur Ma’an meldete hingegen, die Auflösung der Autonomiebehörde sei tatsächlich eine Option, die diskutiert werde. Die USA warnten die Palästinenser vor diesem Schritt und erinnerten sie daran, dass Millionen von Dollar in den Aufbau der palästinensischen Zivilverwaltung geflossen seien. Deren Auflösung hätte schwere Folgen für die Beziehungen zu den USA.
Ministerpräsident Netanjahu unterstrich am Montag: „Wir wollen einen dauerhaften Frieden. Heute, an einem Feiertag, haben unsere Feinde unsere Städte mit Raketen beschossen. Unsere Politik ist klar: Wir antworten sofort und heftig.“ Netanjahu und seine Frau Sara nahmen am traditionellen Mimuna-Fest der marokkanisch-stämmigen Juden teil, bei dem vor allem Süßigkeiten gereicht werden (Foto).
Mahmud Abbas ist offenbar bemüht, die Stimmung zu verbessern. Beim Besuch eines amerikanischen Rabbiners in Ramallah bezeichnete er den Holocaust als „die größte einzelne Tragödie der modernen Geschichte.“ Abbas wende sich auch gegen ein Verbot der Beschneidung und ritueller Tierschlachtungen in Europa, hieß es weiter.
Der Palästinenserpräsident war in der Vergangenheit scharf kritisiert worden, weil er den Juden eine Mitschuld am Holocaust gegeben hatte und seine Behörde die massenhafte Judenvernichtung durch die Nazis anzweifelte.“

