„Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Dienstag vorgezogene Neuwahlen angekündigt. Nicht wie geplant im Herbst des kommenden Jahres sollen die Wahlen im Frühjahr 2013 stattfinden.
„Ich habe mich dazu entschlossen, die Bürger des Landes so schnell wie möglich wählen zu lassen“, erklärte Netanjahu auf einer Pressekonferenz. Schon letzte Woche kündigte er an, dass er die Wahlen vorziehen wolle, wenn er keine Mehrheit für die Verteilung des neuen Staatshaushalts in seiner Regierungskoalition bekomme.
Darüber hinaus gab es in den letzten Monaten auch Spannungen zwischen ihm und seinem engen Freund, Verteidigungsminister Ehud Barak.
Gemäß diverser Umfragen werden die rechtsreligiösen Parteien wahrscheinlich wiederholt die Mehrheit in der zukünftigen Knesset bilden.
Auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der Vergangenheit kann Netanjahu nicht stolz sein und muss diese in seiner zukünftigen Wahlkampagne elegant unter den Tisch kehren.
Das Leben in Israel ist sehr teuer geworden, darüber sind sich die meisten im Volk einig. Im Bereich der Außenpolitik kann Netanjahu mehr Erfolge vorweisen, besonders seine anhaltende Kritik am iranischen Atomprogramm kommt im Volk gut an.
Sollte Netanjahu wiedergewählt werden, so wäre dies seine dritte Amtszeit als Israels Ministerpräsident.
Das erste Mal fungierte er in diesem Amt 1996 bis 1999 und die zweite Amtszeit begann 2008. Aus der israelischen Staatsgeschichte geht hervor, dass die meisten Ministerpräsidenten, die in den letzten 40 Jahren vorverzogene Neuwahlen ausriefen, die darauffolgenden Wahlen verloren haben. Dies passierte Netanjahu nach seiner ersten Amtszeit, als er die Knesset auflöste. Damals leitete er Neuwahlen ein und verlor das Amt an Ehud Barak (Arbeiterpartei).
Zudem besteht nun auch die Möglichkeit, dass der ehemalige Ministerpräsident Ehud Olmert (Kadima-Partei) in die Politik zurückkehrt, nachdem er vom israelischen Gerichtshof von der Anklage der Korruption freigesprochen wurde. Als Gegenkandidat „einer zentralen Partei“, so hieß es bei dem Nachrichtenportal Ynet, könnte Olmert die größte Herausforderung für Netanjahu werden.“
[Quelle: Israel heute vom 10.10.2012]

