Medien: Wie Israel und andere das iranische Atomwaffenprogramm entlarvten

Am Freitag, dem 20. Juli 2018, berichtete das Magazin „Israel heute“: „Diese Woche veröffentlichten zwei führende amerikanische Zeitungen Artikel darüber, wie der Mossad, Israels externer Geheimdienst, in ein Lagerhaus in Teheran im Iran eingebrochen war, um eine riesengroße Sammlung an Dokumenten über das geheime Atomwaffenprogramm des Iran zu stehlen.

Am 31. Januar 2018 brach das 100 Mann starke Mossad-Team währned einer dramatischen sechseinhalb Stunden langen nächtlichen Operation über zwei Türen in das Lagerhaus ein, nachdem es die Alarmanlage des Gebäudes in einem Geschäftsviertel in Teheran deaktiviert hatte.

Dann durchschnitten sie mehrere große Tresore mit 3600 Grad heissen Brennschneidern und verließen die Hauptstadt des Iran um fünf Uhr morgens, zwei Stunden bevor iranische Sicherheitsbeamte zur Frühschicht kamen, so der Bericht der New York Times.

Das israelische Team wusste nach einer einjährigen Überwachung des Lagers, das von den Iranern während der Nacht nicht bewacht wurde, genau, welche Tresore die kritischsten Konstruktionen für die Herstellung von Atomwaffen enthielten und wie viel Zeit sie für die Operation hatten, um zu vermeiden, in der geheimen Einrichtung Aufmerksamkeit zu erregen.

Letzte Woche enthüllten israelische Geheimdienstbeamte, dass die Planung der Operation im Jahr 2016 begann, nachdem dem Mossad bekannt wurde, dass der Iran hatte beschlossen hatte, eine große Anzahl von Dokumenten und Disketten zu konsolidieren und seine früheren illegalen nuklearen Aktivitäten zu verbergen.

Dies geschah, nachdem der Iran und sechs Weltmächte im Sommer 2015 eine Vereinbarung mit dem Namen JMPOA (Joint Comprehensive Plan of Action) über seine Nuklearaktivitäten erzielt hatten, das sogenannte Atom-Abkommen, mit dem Ziel, die Fähigkeit des Iran, zu einer Atombombe auszubrechen, zu verzögern.

Das umstrittene Abkommen wurde Anfang 2016 umgesetzt, nachdem die Obama-Regierung und andere Regierungen scharfe Sanktionen eingestellt und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben hatten.

Während der Enthüllung verglich eine der israelischen Geheimdienstbeamten die Mossad-Operation mit dem Kasinoraub im Film „Ocean’s Eleven“ und sagte, Israel hätte spezifische Informationen gehabt, widurch das Team in der Lage war, sich auf spezielle Safes zu konzentrieren, so das Wall Street Journal (WSJ).

Als die Operation im Lager zwei Stunden vor dem Eintreffen der iranischen Sicherheitsagenten abgeschlossen war, verließ das Mossad-Team Teheran mit rund 50.000 Seiten und 163 CDs mit Videos, Entwürfen und Memos über das geheime Atomwaffenprogramm des Iran.

Die New York Times zeigte einen Teil des iranischen Archivs Robert Kelley, einem Atomingenieur und ehemaligen Inspektor der Internationalen Atomenergiebehörde, dem Wachhund der Vereinten Nationen.

„Es ist ziemlich gut“, sagte Kelley dem Times-Reporter David E. Sanger und dem israelischen Enthüllungsjournalisten Ronen Bergman, dem Autor des 2008 erschienen Buches „The Secret War With Iran“.

„Die Zeitungen zeigen, dass diese Jungs an Atombomben arbeiten“, schloss Kelley, nachdem er die Dokumente über das geheime Amad-Projekt im Iran gelesen hatte, das 2003 offiziell gestoppt wurde, als die Vereinigten Staaten in den Irak eindrangen.

„Das iranische Programm zum Bau einer Atomwaffe war mit ziemlicher Sicherheit größer, ausgeklügelter und besser organisiert als die meisten, die man 2003 vermutet hatte“, sagten andere Nuklearexperten der New York Times.

Die Dokumente, die den amerikanischen Zeitungen gezeigt wurden, befassten sich mit einem nuklearen Gefechtskopf für die iranische Langstreckenrakete Shihab-3 und beschrieben Pläne, in den Anfangsphasen des Amad-Projekts fünf Atombomben zu bauen.

Nach dem Stopp des Amad-Projekts verlagerte der Iran „viele seiner Aktivitäten in die neu gegründete Organisation für defensive Innovation und Forschung“, so WSJ.

Die neuen Details zum verdeckten Kernwaffenprogramm des Iran fielen mit der Veröffentlichung eines neuen deutschen Geheimdienstberichts durch das Land Hessen zusammen, in dem es heißt, die Islamische Republik suche immer noch Massenvernichtungswaffen.

In dem deutschen Bericht heißt es, der Iran und Nordkorea versuche, „Kontrollmechanismen in Ländern zu umgehen, die keinen besonderen Embargobeschränkungen unterliegen“.

Eines dieser Länder ist Syrien, das der Iran derzeit in einen weiteren Kundenstaat verwandelt.

Am 11. Juli sagte Yossi Kupperwasser, ein früherer militärischer Geheimdienstchef der IDF, den Teilnehmern einer vom Jerusalemer Zentrum für öffentliche Angelegenheiten organisierten Konferenz, dass ein Hauptzweck des Irans, seine Präsenz in Syrien auszuweiten, darin bestehen könnte, Aspekte seines Atomprogramms vor der Internationalen Atomenergiebehörde zu verbergen.“

Die deutsche Zeitschrift Der Spiegel und das Washingtoner Institut für Wissenschaft und internationale Sicherheit (engl. Institute for Science and International Security, die gute ISIS) haben auf der Grundlage umfangreicher Forschungsergebnisse berichtet, dass der Iran wahrscheinlich eine unterirdische Atomanlage in Qusayr in den Qalamoun-Bergen nahe der libanesischen Grenze betreibe.

Die Qusayr-Stätte wird von der Quds-Truppe des iranischen Revolutionsgarde-Korps bewacht und von einem hochrangigen Hisbollah-Funktionär als „Atomfabrik“ bezeichnet.

Der Spiegel berichtete bereits im Jahr 2015, dass 8.000 Brennstäbe in der Qusayr-Anlage gelagert wurden, wo drei Gebäude Eingänge zu Tunneln verdecken.

Im März dieses Jahres kam ein ISIS-Team (dem Washingtoner Institut für Wissenschaft und internationale Sicherheit) unter Führung des ehemaligen IAEO-Inspektors David Albright zu dem Schluss, dass die „Beweise keine klare Antwort dafür geben würden, dass Syrien anscheinend mit Hilfe Nordkoreas und des Iran eine neue unterirdische Nuklearanlage in Qusayr gebaut hat.““

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