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Gemeindeleiter nach dem Tod Fidel Castros unsicher über die Zukunft von Kuba

(Open Doors, Kelkheim) – Am 25. November 2016 starb der frühere kubanische Staatspräsident Fidel Castro. Unter seiner Regierung wurden Christen jahrzehntelang bedrängt. Zwar hat sich die Situation seit Anfang der 1990er-Jahre verbessert, doch bleiben die kommunistischen Kontrollsysteme bestehen.

Weniger Verfolgung, aber keine echte Freiheit

Seit der kubanischen Revolution 1959 hat sich das politische System wenig verändert. Das kommunistische Regime unter Fidel Castro schränkte die Religionsfreiheit massiv ein. Immer wieder wurden Christen verhaftet und misshandelt, manchmal sogar ermordet. Doch die Verfassungsreformen von 1992 führten zu einer Verbesserung der Situation. Die Christen bekamen mehr Freiheiten und die Gemeinden wuchsen. Die Verfolgung hörte indes nicht völlig auf, sondern wurde auf weniger offensichtliche Weise fortgesetzt. Auch nachdem Raúl Castro 2006 die Nachfolge seines Bruders antrat, veränderte sich die Lage nicht grundlegend.

Gemeindearbeit eingeschränkt

Immer noch versucht der Staat, alle Bereiche der Gesellschaft zu kontrollieren: Christen werden überwacht und bei Gottesdiensten mischen sich Informanten unter die Gottesdienstbesucher. Diese Bespitzelung verunsichert viele Christen. Manche Gemeinden, die nach dem Hurrikan „Matthew“ im vergangenen Oktober humanitäre Hilfe leisten wollten, mussten die Hilfsgüter an die Behörden abgeben: Der Staat sei für die Versorgung der Bevölkerung verantwortlich. Für Gemeinden ist es auch sehr schwierig, ein Gebäude zu erwerben oder zu bauen. Zudem gibt es kaum christliche Literatur. Durch eine Vielzahl von Gesetzen ist eine Gemeindearbeit oft nicht möglich, ohne gegen Gesetze zu verstoßen. Ein Pastor sagte gegenüber World Watch Monitor: „Die kubanische Regierung zwingt die Leute in die Illegalität. So wird man nicht wegen seines Glaubens belangt, sondern weil man ein Gesetz übertreten hat. Wenn die Behörden Maßnahmen gegen uns ergreifen, sieht das nicht wie ein Fall religiöser Diskriminierung aus, sondern wie die Ahndung eines Gesetzesverstoßes.“

Kuba ist derzeit nicht auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors gelistet, das Land gehört jedoch zum erweiterten Kreis der Länder unter Beobachtung. Raúl Castro hat angekündigt, 2018 zurückzutreten. Die Gemeindeleiter hoffen auf größere Freiheiten, sollte das kommunistische Regime enden. Doch manche befürchten auch negative Folgen. So sind einige besorgt, dass eine weitere Öffnung des Landes auch negative Einflüsse wie den westlichen Materialismus bringen könnte.

Quellen: Open Doors, World Watch Monitor

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