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Religionsfreiheit und Hinweise auf Jesus in Russland

(Open Doors, Kelkheim) – Zweieinhalb Monate sind vergangen, seitdem am 20. Juli in Russland ein neues Religionsgesetz verabschiedet wurde. Offiziell soll es dazu dienen, durch die Überwachung extremistischer Gruppen den Terrorismus zu bekämpfen. Doch da es alle religiösen Aktivitäten außerhalb registrierter Kirchengebäude verbietet, sind vor allem christliche Hausgemeinden und Missionare davon betroffen – so auch der US-Amerikaner Don Ossewaarde.

Nach dem Gottesdienst verhaftet

Ossewaarde und seine Ehefrau Ruth waren vor 14 Jahren nach Oryol, einer Stadt rund 350 Kilometer südlich von Moskau, gezogen, um dort als Missionare zu arbeiten. Am Morgen des 14. August wurden die Ossewaardes von drei Polizisten aufgesucht, während sie einen Sonntagsgottesdienst abhielten. Im Anschluss nahmen die Beamten das Ehepaar mit zur örtlichen Polizeidienststelle und beschuldigten Don, in seinem Haus religiöse Versammlungen abzuhalten, zu denen er an den Anschlagtafeln der umliegenden Wohnungsblocks eingeladen habe. Nur zwei Stunden später wurde er vom Gericht zu einer Geldstrafe von 40.000 Rubel (entspricht etwa 570 Euro) verurteilt.

Religionsfreiheit in Russland auf dem Prüfstand

Nachdem sein Einspruch in dieser Woche abgelehnt wurde, schrieb der Pastor in seinem Blog, er habe eigentlich so schnell wie möglich zu seiner Familie in die USA zurückkehren wollen, aber diese Angelegenheit sei sehr wichtig und er dürfe jetzt nicht aufgeben. Vielmehr sei er bereit, bis zum obersten Gerichtshof für sein Recht zu kämpfen. Er ist überzeugt, dass sein Fall eine entscheidende Rolle hinsichtlich der Entwicklung der Religionsfreiheit in Russland spielen wird – sowohl für ausländische Missionare als auch für die russischen Christen selbst. Ossewaardes Pflichtverteidiger hingegen habe dem Ehepaar den Ratschlag gegeben, Oryol aus Sicherheitsgründen zu verlassen.

Open Doors, das überkonfessionelle christliche Hilfswerk. Seit mehr als 60 Jahren im Dienst der verfolgten Christen weltweit.

Bereits mehrere Christen angeklagt

Die Ossewaardes sind nicht die einzigen Christen, die bereits mit dem neuen Gesetz in Konflikt geraten sind. Allein im ersten Monat nach seinem Inkrafttreten wurden laut der Nachrichtenagentur Forum 18 sechs Christen wegen Verstößen gegen das Religionsgesetz angeklagt, inzwischen seien weitere Fälle dazugekommen. Rolf Zeegers, ein Analyst von Open Doors, sagte, es sei „noch zu früh, die Auswirkungen des neuen Gesetzes zu beurteilen“, doch sie „könnten beträchtlich sein“.

Bisher ist Russland nicht auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors gelistet, das Land gehört jedoch zum erweiterten Kreis der Länder unter Beobachtung.

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